Anthropologie und Ästhetik des Irrtums in Per Olov Enquists Legionärerna

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Abstract

Der Artikel geht der Rolle des Irrtums in Per Olov Enquists Dokumentarroman
Legionärerna (1968, Die Ausgelieferten) nach, der die Auslieferung
von baltischen Militärflüchtlingen an die Sowjetunion durch den schwedischen
Staat im Jahr 1946 behandelt. In einem ersten Schritt wird aufgezeigt,
inwiefern die Kategorie des Irrtums zentrale thematische und narrative
Funktionen in Enquists Romanarchitektur erfüllt. Fortwährend erliegen
sowohl die baltischen Flüchtlinge als auch die schwedischen
Entscheidungsträger folgenschweren Irrtümern, ebenso aber auch der Untersucher, das Alter Ego des Schriftstellers, der sich vorgenommen hat, die
Wahrheit über dieses kontroverse Ereignis in Schwedens Nachkriegspolitik
zu ermitteln. In einem zweiten Schritt wird argumentiert, dass der Irrtum
als Beschreibungsmodell für menschliches Handeln Ausdruck einer
intellektualistischen Anthropologie ist, die ihre exemplarische Ausformung
bereits in der antiken Tragödie erhalten hat, und die Enquist – bewusst
oder unbewusst – in seinen Roman hat einfließen lassen.

Details

Authors
Organisations
Research areas and keywords

Subject classification (UKÄ) – MANDATORY

  • Specific Literatures
Original languageGerman
Title of host publicationLiterarische Irrtümer
Subtitle of host publicationFigurationen des Irrtums in der skandinavischen Literatur
EditorsHanna Eglinger
Place of PublicationBaden-Baden
PublisherRombach Verlag. Rombach Wissenschaften - Reihe Nordica
Pages219-238
Number of pages20
Volume26
ISBN (Print)978-3-96821-638-6
Publication statusPublished - 2020
Publication categoryResearch
Peer-reviewedYes

Publication series

NameRombach Wissenschaften - Reihe Nordica
PublisherRombach Wissenschaft
Volume26