Die Möglichkeit sprachlichen Einflusses auf das Denken

Research output: Contribution to journalArticle

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Die Möglichkeit sprachlichen Einflusses auf das Denken. / Zlatev, Jordan; Blomberg, Johan.

In: Zeitschrift für Semiotik, Vol. 35, No. 1-2, 2013, p. 63-83.

Research output: Contribution to journalArticle

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TY - JOUR

T1 - Die Möglichkeit sprachlichen Einflusses auf das Denken

AU - Zlatev, Jordan

AU - Blomberg, Johan

PY - 2013

Y1 - 2013

N2 - Abstract in German In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit vier Hindernissen, die einer produktiven Forschung über einen möglichen Einfluss der Sprache auf das Denken im Weg stehen. Zunächst ist da die Behauptung, es sei unmöglich, Sprache vom Denken zu trennen, die Frage des „Einflusses“ sei also nichtig. Als zweites gibt es das Argument, es sei unmöglich, Sprache von Kultur allgemein, insbesondere von sozialer Interaktion zu trennen, und daher sei es unmöglich, Unterschiede in den Denkmustern der Mitglieder unterschiedlicher Kulturen per se der Sprache zuzuschreiben. Der dritte Einwand besagt, dass methodische und empirische Probleme jede außer der trivialsten Version dieser These widerlegten, nämlich dass Sprache Denken dadurch beeinflusse, dass sie neue Informationen liefere. Der vierte ist die Annahme, dass, da Sprache das Denken potenziell zwischen „überhaupt nicht“ und „vollständig“ beeinflussen kann, die möglichen Formen sprachlicher Einflussnahme auf einer ansteigenden Skala angeordnet werden können und konkurrierende Theorien als um ihre aktuelle Position streitend verstanden werden können. Wir legen Gegenargumente zu diesen Behauptungen dar und zeigen damit, dass die ersten drei grundsätzlich keine Einwände gegen die Aussagekraft einer Untersuchung des sprachlichen Einflusses auf das Denken darstellen und die letzte nicht der beste Weg ist, die vorliegende empirische Herausforderung zu bewältigen. Folglich behaupten wir, dass sprachlicher Einfluss möglich ist, ohne uns für einen spezifischen Typ auszusprechen, und möchten damit den Weg für weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet freimachen.

AB - Abstract in German In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit vier Hindernissen, die einer produktiven Forschung über einen möglichen Einfluss der Sprache auf das Denken im Weg stehen. Zunächst ist da die Behauptung, es sei unmöglich, Sprache vom Denken zu trennen, die Frage des „Einflusses“ sei also nichtig. Als zweites gibt es das Argument, es sei unmöglich, Sprache von Kultur allgemein, insbesondere von sozialer Interaktion zu trennen, und daher sei es unmöglich, Unterschiede in den Denkmustern der Mitglieder unterschiedlicher Kulturen per se der Sprache zuzuschreiben. Der dritte Einwand besagt, dass methodische und empirische Probleme jede außer der trivialsten Version dieser These widerlegten, nämlich dass Sprache Denken dadurch beeinflusse, dass sie neue Informationen liefere. Der vierte ist die Annahme, dass, da Sprache das Denken potenziell zwischen „überhaupt nicht“ und „vollständig“ beeinflussen kann, die möglichen Formen sprachlicher Einflussnahme auf einer ansteigenden Skala angeordnet werden können und konkurrierende Theorien als um ihre aktuelle Position streitend verstanden werden können. Wir legen Gegenargumente zu diesen Behauptungen dar und zeigen damit, dass die ersten drei grundsätzlich keine Einwände gegen die Aussagekraft einer Untersuchung des sprachlichen Einflusses auf das Denken darstellen und die letzte nicht der beste Weg ist, die vorliegende empirische Herausforderung zu bewältigen. Folglich behaupten wir, dass sprachlicher Einfluss möglich ist, ohne uns für einen spezifischen Typ auszusprechen, und möchten damit den Weg für weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet freimachen.

M3 - Artikel i vetenskaplig tidskrift

VL - 35

SP - 63

EP - 83

JO - Zeitschrift fur Semiotik

JF - Zeitschrift fur Semiotik

SN - 0170-6241

IS - 1-2

ER -