Übersetzungsstrategien für den deutschen Referatkonjunktiv in Kehlmanns "Die Vermessung der Welt"

Research output: Contribution to journalArticle

Abstract

Das Deutsche unterscheidet sich vom Schwedischen dadurch, dass das morphologische Mittel des Konjunktivs dem Sprecher zur Markierung der Redewiedergabe zur Verfügung steht. Bei der so genannten berichteten Rede ist im Deutschen der Konjunktiv grundsätzlich obligatorisch. Hier wird morphologisch signalisiert, dass es sich in der gegebenen Textpassage um Redewiedergabe handelt – eine Möglichkeit, die im Schwedischen also nicht besteht. Im Schwedischen kann eine Redewiedergabe z.B. durch lexikalische Mittel wie redeindizierende Verben oder durch Präpositionalphrasen sowie durch die sog. Tempustransposition angezeigt werden. Jedoch sind auch viele andere sprachliche Mittel zur Signalisierung von Redewiedergabe vorhanden.

In dem hier untersuchten Text, der schwedischen Übersetzung von Daniel Kehlmanns Die Vermessung der Welt, besteht der Originaltext aus langen Passagen mit dem Referatkonjunktiv. Dies stellt den Übersetzer vor das Problem, in einer Sprache ohne den Referatkonjunktiv eine geeignete Entsprechung zur Redewiedergabe im Originaltext zu finden. Das Problem verschärft sich dadurch, dass das bei der Tempustransposition im Schwedischen vorhandene Präteritum auch in Erzählerkommentaren und in der erlebten Rede vorliegt, so dass nicht immer deutlich zwischen diesen Kategorien unterschieden werden kann. In solchen Problemfällen hat sich der Übersetzer verschiedener Übersetzungsstrategien bedient, die in der vorliegenden Arbeit näher diskutiert werden.

Details

Authors
Organisations
Research areas and keywords

Subject classification (UKÄ) – MANDATORY

  • Specific Languages
Original languageGerman
Pages (from-to)80-106
JournalModerna Språk
Volume113
Issue number1
Publication statusPublished - 2019 Jul 6
Publication categoryResearch
Peer-reviewedYes